Andermatt
Andermatt ist berühmt für seine Schneemassen. An Spitzenwintern liegt dort mindestens 6 Meter Schnee. Bevor es losgeht, checkt an der Mittelstation den Lawinenlagebericht und fragt das Liftpersonal nach der Situation. In Andermatt ist es am Wochenende wegen den Tagesausflüglern immer sehr voll. Die meisten sehen aus wie Freeride-Pros. Wenn man aber mit der Masse am Gemsstock aussteigt und ins Backcountry fährt, ist man urplötzlich völlig allein. Man fragt sich laufend, wo die Poser eigentlich freeriden? Ähnlich wie La Grave kann man rechts und links der Gondel fahren. Links der Gondel (Frontseite) ist der Gurschengletscher mit der Piste „Bernhard-Russi-Run“. Dort fahren die meisten. Hier gibt es viele weite Felder zum Freeriden, die man gar nicht verfehlen kann. Noch weiter links ist dann der Ankerlift Lutersee. Links davon über den Grat gibt es auch viele Einstiege in Varianten, die wieder auf der Talabfahrt enden oder ins Unteralptal münden. Meistens stark lawinengefährdet! Rechts von der Gondel gibt es einen perfekten Freeride-Run: Das Felsental. Ein sehr kopiertes, variantenreiches mit Felsen und Schluchten versehenes Gelände. Ortskenntnisse sind daher unbedingt erforderlich, auch weil es meistens stark lawinengefährdet ist. Hält man sich neben dem Bachbett links, so endet die schöne Tour im Hospental. Fährt man durch die Gestrüpp- und Buschzone rechts des Bachbettes, so gelangt man wieder zu Gondelstation.
Abseits der Freeride-Massen bietet Andermatt grandiose Möglichkeiten, die man sich schnell mit kurzen Aufstieg mit Fellen erschließen kann. So kann man durch das sogenannte Guspis-Tal zum Gotthardpass fahren. Mit Ski über Passstraße geht es dann zurück in das Hospental. Insider wählen aber vom Gemststock in südöstliche Richtung die Variante durch das Unteralptal. Die einfache Abfahrt geht durch den Talgrund (ähnelt der St. Christoph-Tour in La Grave). Es empfiehlt sich das erste Mal diese Variante zu fahren, um dann von unten die zahlreichen Couloirs und Flanken zu sondieren, die man aber auch von der Metallhängebrücke am Gemsstock einsehen kann. Von dort aus sieht man eine fahrbare „Diretissima“ mit mindestens 45° Steilheit. Auf halber Strecke der Unteralptal-Abfahrt (nach Umfahrung des kleinen linksseiten Bergausläufers) steht eine Hütte. Sie ist zwar nicht bewirtschaft, aber für eine Übernachtung geöffnet. Ab jetzt wird die Abfahrt sehr flach und man „quält“ sich durch das Tal ½ Stunden nach Andermatt. Linker Hand entdeckt ihr dann noch zahlreiche Couloirs und Rinnen (ca. 1.000 Hm, 40-50°), die ihr auch vom Gemsstock in nordöstlicher Richtung erreichen könnt. Durchs Guspis- oder Unteralptal kann man auch eine Tagesskitour nach Airolo unternehmen. Dies ist aber nur erfahrenen und ortskundigen Freeridern vorbehalten
Skirider’s-Special: Raclette- oder Fondue-Abend im „Gasthaus zum Ochsen" in Andermatt (www.andermatt.ch)